Eine Nummer zu groß

Sonntag, den 10. Dezember 2017 um 09:27 Uhr

USC unterliegt Lokalrivalen Giesen glatt mit 0:3


Aufstiegskandidat Giesen ließ in Braunschweig nichts anbrennen. 0:3 mussten sich die Hausherren am Samstag geschlagen geben. Dabei gelang den Löwenstädtern lediglich in Satz drei, die Partie offen zu halten.

Als Tabellennachbarn gestartet und doch war von sportlicher Nähe in den ersten beiden Sätzen kaum etwas zu spüren. „Giesen hat wie aus einem Guss gespielt. Wir konnten heute kaum mithalten“, bilanzierte USC-Trainer Weber kurz und knapp. Deutliches Zeiten für diese nüchterne Erkenntnis bildet bereits ein Blick auf die Satzergebnisse von 17:25 und 12:25. Die Gäste aus dem Landkreis Hildesheim zeigten sich in allen Spielelementen überlegen. Lediglich Braunschweigs Schnellangreifer Börge Albers, Moritz Angele und Steffen Peeck konnten überzeugen. Auf den Außenpositionen scheiterten die Braunschweiger hingegen ein ums andere Mal am Giesener Block oder deren starker Feldabwehr.

Erst als sich die zahlreichen Profis im Team der Gäste auf einen frühen Feierabend einzustellen schienen, legten die Gastgeber eine dritte Schicht ein. Giesens Angreifer produzierten zahlreiche Fehler. Braunschweig dagegen entwickelte den zu Beginn schmerzlich vermissten Druck im Aufschlag. Auch die Außen-Angreifer brachten ihre Bälle ins Ziel – und doch nützte es den tapfer kämpfenden Gastgebern nichts mehr. Bis auf 23:24 waren sie heran gekommen, als ein guter Aufschlag von Hannes Gottschal die Gäste in Bedrängnis brachte und die Tür für einen vierten Satz einen Spalt weit öffnete. Es sollte anders kommen: Giesen setzte in der Schlussphase auf Routinier Hauke Wagner. Jeder Pass kannte nur noch eine Richtung, bis der 2-Meter-Hüne schließlich mit einem harten Angriff Braunschweigs Hoffnungen zunichte machte.

Die Gäste wahrten damit die nur noch theoretischen Chancen auf einen Spitzenplatz. Braunschweig verbleibt vor dem letzten Match der Hinrunde gegen den Moerser SC im Mittelfeld der Tabelle mit 10 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge.

 

Duell in doppelter Nachbarschaft

Montag, den 04. Dezember 2017 um 00:10 Uhr

USC Braunschweig empfängt Lokalrivalen Giesen-Hildesheim


Derby-Zeit in der Volleyball-Bundesliga: Am Samstag empfängt der USC Braunschweig den TSV Giesen-Hildesheim. Neben der geografischen Nähe, liegen die Teams auch in der Tabelle eng beisammen.

„Dass wir ins Niedersachsen-Derby als Tabellennachbarn gehen würden, hätte vor der Saison niemand gedacht“, staunt USC-Trainer Weber. Und da sein Team im Soll liegt und mit jedem Punkt mehr dem Klassenerhalt näher kommt, ist die Überraschung eher das bisherige Abschneiden der Gäste aus Giesen. Die Mannschaft von Trainer Stein liegt auf Rang sieben weit hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück, formulierte vor der Saison sogar den Aufstieg als Ziel. Mehrere überraschende Niederlagen, unter anderem in Moers und Schüttorf, führten dazu, dass sich die in der Szene jedermann bekannten Spieler nun im Niemandsland der Liga wiederfinden. Ein Sieg gegen den USC ist deshalb Pflicht, um die mittlerweile nur noch theoretischen Meisterschaftschancen zu wahren.

Der USC geht von Rang acht aus ins Niedersachsenderby, hat, wie Giesen, fünf Spiele gewonnen. „Kämpferisch haben wir gerade gegen favorisierte Teams überzeugt“, weiß Trainer Weber. Motivieren müsse man gegen die Lokalrivalen deshalb niemanden.

„Wichtig ist, dass wir unsere Taktik umsetzen und den starken Giesener Angreifern etwas entgegensetzen können“, formuliert Co-Trainer Frank Rogalski die Erwartungen. Gegen Warnemünde und Delbrück sei das gut gelungen. Giesen sei aber, trotz der für die Gäste unangenehmen Ausgangslage, noch ein anderes Kaliber. Das Team habe mindestens drei Angreifer in seinen Reihen, die auch in der ersten Bundesliga ihren Platz fänden. „Um mithalten zu können, muss unsere Abwehr besser funktionieren als bisher“, ergänzte Trainer Weber die Erwartungen. Und dennoch könne man im Spiel gegen die „doppelten Nachbarn“ mit ihrer Favoritenbürde nur gewinnen.

Weber kann bis auf den Langzeitverletzten Joscha Horstjan auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Anpfiff für das Derby in der Tunica Halle ist um 19:30 Uhr.

 

Bundesliga-Spieler hilft Nachwuchs auf die Sprünge

Samstag, den 07. Oktober 2017 um 06:10 Uhr

Moritz Angele unterstützte das Trainer-Team beim Herbst-Camp und „hinterläschst“ bleibenden Eindruck

Zuletzt wegen einer Verletzung zum Pausieren verdammt, betätigte sich Moritz Angele kürzlich als Trainer. Beim Herbst-Camp des USC Braunschweig brachte der Bundesliga-Mittelblocker Kindern baggern und pritschen bei.

„Kommt der Trainer aus dem Ausland nochmal?“, fragen zwei Teilnehmerinnen des Herbst-Camps des USC Braunschweig. Aus dem Ausland? Felix, Frank oder Philipp, die Trainer der Veranstaltung? „Na, der so anders spricht, so bayerisch“, ergänzen sie. Knapp daneben, aber der Groschen fällt: Moritz ist gemeint. Der kommt aus Baden-Württemberg, dem Land, wo man bekanntlich alles kann, außer Hochdeutsch. Und das führte die Viertklässler auf die falsche Fährte. Doch der 22-jährige hat nicht nur mit seinem Dialekt Eindruck hinterlassen.

Moritz stammt aus der Nähe von Ulm. 10 Jahre war er, als er in seiner schwäbischen Heimat mit dem Sport begann. Später wurde der VfB Friedrichshafen auf ihn aufmerksam, Top-Adresse im deutschen Herren-Volleyball. Mit seinem Team wurde er 2014 deutscher Meister und kam nach Braunschweig – der damalige Bundesliga-Coach Thorsten Galgonek lockte ihn in die Löwenstadt.

Ein freiwilliges soziales Jahr wurde im USC und beim Gymnasium Martino Katharineum absolviert. Hier war er bereits als Trainer aktiv und betreute die Schülerinnen und Schüler sowie einige Jugendteams im Verein.

Die Erfahrung nutzte er beim Training des jüngsten Nachwuchses. 28 Kinder hatten sich beim Herbst-Camp des USC angemeldet und bekamen vom Moritz Angele Tipps zu den Grundtechniken. Auch professionelles Aufwärmen stand auf dem Programm. „Wir haben den Kindern viel gezeigt, alle haben gut mitgemacht“, lobte Angele.

Den Kindern gefiel es ebenfalls. Am Tag darauf durften sie das Erlernte bei einem kleinen Turnier anwenden. Fast wie ihr kurzzeitiger Trainer: Gegen den VC Mitteldeutschland am kommenden Wochenende ist Moritz Angele nach dreiwöchiger Verletzungspause wieder mit von der Partie.

alt